Es ist wieder so weit, das Ende einer langen Reise ist da. Gwynna und Bryn sind aufgebrochen und müssen sich nun da draußen in der Welt beweisen. Es war eine harte Korrektur diesmal. Bis zum bitteren Ende haben sich Fehler eingeschlichen und ab einem gewissen Grad war die Schmerzgrenze weit überschritten. Aber es ist vorbei. Im Laufe des Tages wird auch die Taschenbuch Version endlich erhältlich sein und damit ist der König der Wölfe am Ende – oder am Anfang – angelangt.

Jetzt kommen die Putz- und Abschlussarbeiten. Dokumente ausräumen, Website aktualisieren, übrige Arbeiten erledigen. Und vieles machen, was in der Korrekturzeit auf der Strecke geblieben ist.

Nun muss die Rabenkönigin fertig werden. Eine neue Reise, eine fremde Welt, ein temporärer Abschied von den Nebellanden. Gar nicht leicht, wenn man bedenkt, dass noch einige offene Geschichten warten. Mit und mit kristallisieren sich zwei Zyklen heraus. Einer, der sich mit Sariyal / Erys’vea befasst und der in Feenblut seinen Anfang genommen hat. Der zweite dreht sich um das Königreich Ailyad und hat mit dem Fluch des Drachen begonnen.
Entsprechend gibt es momentan zwei mögliche Wege – der in die Dschinnlande, auf dem Lucian wartet und der Weg in den Norden, zu den Frostriesen. Kyall und seine Adlerreiter wollen weiter erforscht werden und für den Augenblick ruht die Sariyal Familie. Bis sich die Wege der Zyklen irgendwann bei Aerios und Sylveine wieder kreuzen. Irgendwo, am Ende. 😉

Auch eine neue, jüngere Generation von Protagonisten wächst gerade heran und hat sich in meinem Kopf breitgemacht. Auch dort warten neue Geschichten, die noch erzählt werden wollen. Aber all das ist natürlich Zukunftsmusik. Für den Moment ist erst mal Wochenende angesagt – möglichst ohne „eigenen“ Text …

Eigentlich war es schon am Sonntag erreicht, das Ziel der Reise von Gwynna und Bryn. Irgendwann gegen 13 Uhr sind sie in den Heimathafen eingelaufen und der letzte Satz war geschrieben. Und es hätte alles gut sein können – wäre da nicht diese kleine, fiese Logiklücke geblieben, die mich noch zwei Tage danach in Atem gehalten hat. Aber jetzt ist alles im Kasten. Das Finale ist neu geschrieben und das nagende Gefühl: „Da stimmt doch was nicht!“, hat sich endlich verflüchtigt.

Die Überarbeitung steht an. Korrektur. Und wie immer wird die dauern und dauern und dauern. Jetzt liegt die erste Seite vor mir und ich wehre mich standhaft dagegen, wirklich damit anzufangen. Nutzen wird es nichts – der Text wird sich nicht von allein überarbeiten. Also motiviere ich mich mit der Aussicht auf das fertige weiß-goldene Druckwerk.

Wieder wird es kein dünnes Büchlein sein. Beinahe 680 Normseiten stark ist der Rohtext. Gerade mal 70 weniger als Falkenseele. Und das ist wahrscheinlich kein Wunder, wenn man durch den Weg blättert, den meine Protagonisten hinter sich gebracht haben. Und am Ende ist alles neu. Die Nebellande haben sich verändert und ich bin gespannt, wie sich das auf weitere Bände auswirken wird – auch wenn zumindest das nächste Buch aus Elorean noch vor dieser Zeit angesiedelt sein wird.

Aber für den Augenblick ist das noch in weiter Ferne. Die Reise geht in eine neue Welt, zur Rabenkönigin, die schon in ihrem Dokument auf mich wartet. Es gibt also viel zu tun. Packen wir’s an. 😉

Die letzten Klippen sind umschifft, der letzte Teil meiner Reise mit Gwynna und Bryn hat begonnen. Wie immer bin ich komplett ahnungslos, wie das Finale aussehen soll. Natürlich sind ein paar schwache Ideen da – aber es ist nicht leicht, jetzt wieder alle Fäden unter einen Hut zu bekommen. Und diesmal sind es tatsächlich einige. Im Grunde genommen stehe ich – bis auf ein paar lose Szenenbilder – komplett auf dem Schlauch. Ich schätze, dass sich das mit und mit ändern wird, aber gerade ist es wieder ein langsames Herantasten an das finale Szenario.

Glücklicherweise haben sich einige wichtige Szenen gefügt, von denen ich nicht recht wusste, wie ich sie noch unterbringen sollte. Sie waren lange zickig und haben sich dann doch brav dort eingeordnet, wo ich sie brauche. Das ist durchaus eine Erleichterung, auch wenn es mir vorher so ziemlich alles über den Haufen geworfen und dann wieder zurückgestellt hat. Aber zickige Bücher sind ja nun nichts neues in meinem Schreibleben. 😉

Der Morgen bestand aus einer blutigen Szene für Bryn, die von einigen schaudernden Ah’s und Oh’s meinerseits begleitet gewesen ist. Gelegentlich ist es nicht einfach, wenn man seine Hauptcharaktere in kleine Fetzen zerlegen muss und je lieber man sie hat, desto weniger Spaß macht es. Allerdings war’s unausweichlich, also mussten wir letztlich zusammen durch die schaurige Szenerie aus blutigem Schnee und brennenden Kohlen. Jetzt geht es zurück zu Gwynna, an den Ort ihrer Bestimmung, an dem sich alles auflösen soll. Und ich weiß mindestens genauso wenig wie sie selbst, was sie dort erwarten wird. Hoffen wir also, dass die Erleuchtung nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird …

Ja, er ist steinig und lang, der Weg ins Finale. Aber trotzdem – jetzt, wo sich langsam die 500. Seite am Horizont abzeichnet, ist es Zeit, allmählich das Finale einzuleiten.

Gwynna und Bryn haben sich bis hierhin gut geschlagen, allerdings bin ich es, die ein wenig schwächelt. Eine Korrektur mit Computerwechsel mittendrin, ein paar gesundheitliche Schlenker auf dem Weg und alles ist ein bisschen ins Schleudern gekommen. Ich muss mich noch an mein neues Schlachtschiff, sprich: Schreibsklave gewöhnen, noch hakelt es hier und da, weil die Abläufe nicht mehr gewohnt sind und Kopfschmerzen, Müdigkeit und dauernde Erkältungssymptome machen das nicht unbedingt besser. Trotzdem geht kein Weg daran vorbei. Papa Wolf und seine Königin sind unterwegs auf die Zielgerade. Dramatische Ereignisse werfen ihre Schatten heraus und es ist sicher, dass es jetzt noch ein bisschen knallen wird, bis die letzte Seite geschrieben ist.

Wie immer kristallisieren sich dabei auch neue Romane heraus – mit den Frostriesen gibt es ein neues Volk, das womöglich in Zukunft seinen Auftritt möchte und die Nebellande wachsen und gedeihen mal wieder in alle Richtungen. Auch andere Winkel der Welt verlangen Gehör – Ailyad mit Lucian und Aerios und Sylveine in Thassra warten auf ihren nächsten Auftritt. Die Ansätze sind da, teilweise sogar ausgearbeitet und es gibt einiges zu tun in Asmoria. Ich kann mich also nicht über mangelnde Ideen beklagen.
Aber bevor es dazu kommt, wird es Zeit, Gwynna in die eisigen Hände ihrer Häscher abzugeben und Bryn mit seinem inneren Wolf zu konfrontieren. 😉

300 Seiten liegen hinter Bryn, Gwynna und mir. Unsere Reise geht voran und zieht sich durch das verschneite Sariyal. Die ersten Zweifelphasen sind durchgestanden, die ersten Blockaden umschifft und ich schätze, es dürfte die Hälfte der Reise sein, die nun Schwarz auf Weiß vor mir steht.

Manchmal ist es immer noch ein harter Kampf. Es ist ein unerwartet komplexes Gebilde geworden, ein Hauch von epischem Abenteuer schwingt darin mit, auch wenn ich zu Beginn mit einer eher persönlichen Geschichte gerechnet habe. Die feindliche Seite kommt gelegentlich zu Wort und besitzt drei eigene Stränge, Bryn und Gwynna streiten sich munter und Kasran rückt seinem Seelengefährten nicht selten den Kopf zurecht. Es ist so viel anders als Falkenseele, dass ich selbst darüber staune und nicht selten zweifle. Es hat lange gedauert, bis ich diese Tatsache akzeptiert habe und frei mit diesem neuen Text umgehen konnte, ohne ständig zu vergleichen. Es passiert immer noch, wenn ich ein paar schlechte Minuten erwische, aber ich arbeite dran, es nicht mehr zu sehr nach oben kommen zu lassen. Es ist eben – wie immer – ein neuer Roman, eine neue Reise und das ist gut.

Mittlerweile entwickelt sich alles in die Richtung, in die es gehen soll. Der Hintergrund hat lange gehakt und es war ein Kampf mit Denkbrett und Notizbuch, bis sich endlich die störrische Erleuchtung offenbart hat (es lebe das abendliche Nachfüllen des Wasserfilters – man kann besser denken, wenn man an nichts denkt 😉 ). Ich befürchte, das wird sich in der Nachbearbeitung böse rächen – aber wann wäre sie jemals einfach gewesen?

Für den Augenblick ist der Weg in die nächsten Kapitel und die zweite Hälfte dieses Abenteuers jedoch frei. Ich bin sehr gespannt, was noch auf mich warten wird. Alles hat sich bisher so anders entwickelt als ursprünglich geplant, dass ich relativ sicher bin, dass noch einige Überraschungen auf mich lauern werden … wie das eben immer so ist mit meinen kleinen, gemeinen Buch-Biestern. 😉

Es hat lange gedauert, aber der Winter hat auch uns endlich erwischt. Die Welt ist plötzlich weiß und draußen kratzen alle paar Minuten die Schneeschieber. Auf einmal ist sie da, die Winterstimmung, die die ganze Zeit gefehlt hat und die jetzt gut zu meinem Schreibprozess passt. Gerade rechtzeitig sogar, denn nachdem die letzten Wochen aufreibend waren und zum Jahresanfang vieles zu tun war, wird es nun wirklich Zeit, Gwynna und Bryn ernsthaft auf den Weg zu bringen. Eigentlich bin ich schon schrecklich in Verzug.

Ganz untätig war ich nicht. Die ersten beiden Kapitel sind beendet, das dritte ist schon einige Seiten lang und ich war erstaunt, wie leicht es mir gefallen ist, mit meinen „frischen“ Protagonisten umzugehen. Noch fremdeln wir ein wenig – Lyân und Tristeyn sind noch nicht aus dem Kopf raus und ich muss mich in die neue Stimmung eingewöhnen. Zudem war es nicht leicht, Bryn zu finden. Immerhin gibt es Parallelen zwischen Tristeyn und seinem Vater. Beide haben einen Wolfsgefährten und es war zuerst schwierig, die Charaktere voneinander abzugrenzen, damit sie nicht zu ähnlich werden. Zudem gibt es natürlich einige Gemeinsamkeiten in den Beziehungen zwischen Tristeyn / Lyân und Gwynna / Bryn. Viel Gefahr besteht derweil allerdings nicht mehr. Bryn fühlt sich schon jetzt anders an als sein Sohn und Kasran geht in eine andere Richtung als Schattenauge – die Bindung der beiden ist älter, viel weiter, und gibt mir Raum, Dinge weiterzuentwickeln, die ich vorher nicht gesehen habe. Auch was alles andere angeht, ist Gwynna schlicht nicht Lyân. Sie ist eine Königin, keine Kriegerin – und auch wenn es mir schwerfällt, nach einem so kriegerischen Charakter umzuschalten, ist das gut so.

Es ist immer schwierig, dieses neue Buch zu finden, wenn man das vorherige noch sehr im Kopf hat. Die Stimmung ist anders, die Protagonisten werden anders miteinander umgehen – es ist eine neue, andere Geschichte und das ist schon auf den ersten Seiten spürbar. Aber das muss so sein – es ist der Lauf der Dinge und mittlerweile weiß ich nur zu gut, dass das „Fremde“ vergehen wird.
Also gibt es jetzt Wintertime-Tee, meine Tastatur – und hoffentlich einige Seiten mehr in dieser neuen, fremden Geschichte, die gerade aus ihrem Kokon schlüpft und bald zu einem farbenprächtigen Schmetterling werden soll.

Falkenseele ist nun beinahe seit 4 Wochen veröffentlicht. Langsam wird es Zeit, den Schreibprozess wieder richtig in Gang zu bringen. Die ersten Seiten warten schon seit einer Weile darauf, dass weitergeschrieben und das erste Kapitel vervollständigt wird.

Alles hat sich spontan verändert. Statt in die warmen Dschinnlande geht die Reise ins winterliche Sariyal. Falkenseele hat einen offenen Strang hinterlassen und wer die Überschrift liest, kann bereits erraten, dass Wölfe eine bestimmte Rolle spielen werden. Und wie könnte es anders sein? Es wird Bryns Buch sein. Und demnach auch die Geschichte von Gwynna, der Königin von Sariyal.

Obwohl die Idee ungeplant entstanden ist und auf einmal da war, habe ich es mir mit der Auswahl der Hauptprotagonistin nicht leicht gemacht. Gwynna war bislang keine Sympathieträgerin. Sie ist weder als Sylveines Schwester noch als Tristeyns Mutter sonderlich gut weggekommen. Ich schätze aber, dass das Ende von Falkenseele andeutet, dass sie ihr Leben gern anders gelebt hätte und tatsächlich gibt es vieles zu entdecken. Gwynna ist nicht die eiskalte Königin, die man von außen in ihr zu sehen glaubt.

Schon bei der Korrektur sind mir einige Dinge aufgefallen, die ich gerne näher erforschen würde. Wie ist ihr Leben verlaufen? Warum hat sie getan, was sie getan hat? Was hat sie zu dem gemacht, was sie ist? Was war sie vorher? Und wie kam es zu den Spannungen zwischen ihr und ihren Schwestern? Die Antworten sind interessant und fördern ein neues Bild zutage. Einen Charakter, dessen Schicksal durchaus kein einfaches gewesen ist. Und vielleicht wird sie auch ein Charakter sein, den man stärker ins Herz schließen wird, als man es annehmen würde.

Es wird eine spannende Reise. Abenteuerlich. Mit zwei schwierigen Protagonisten, einem überraschend humorvollen Wolfsgefährten und … einigen Wölfen mehr. 😉

Manchmal melden sich schon abgelegte Projekte mit aller Macht zurück und offenbaren plötzlich so erstaunliche Dinge, dass man sie wieder hervorholen muss. Der nächste Nebellande Band war eigentlich zurückgestellt. Ich wollte ihn unbedingt schreiben, er war weit geplant, aber es hat sich in der Zwischenzeit so vieles ergeben, dass ich ihn erstmal aufgeschoben habe.

Gestern Abend, mitten in der Planung für andere Projekte, hat sich auf einmal alles falsch angefühlt. Leer. Das Feuer war aus. Ich will das Buch doch eigentlich schreiben, warum wage ich es dann nicht? Warum packe ich es beiseite, um immer wieder wehmütig auf den Coverentwurf zu starren? Stattdessen jage ich anderen Geschichten nach, suche verzweifelt nach den fehlenden Bausteinen, um Lücken zu füllen und Fragezeichen zu vertreiben.

Hier gibt es aber keine Fragezeichen. Die Charaktere stehen, das erste – und das zweite – Kapitel sind ewig geplant. Ich habe sogar Dialogfetzen notiert und weiß in etwa, wohin die gehören. Eben wie bei den anderen, die vorher gekommen sind. Und wenn ich plane, fließt es. Es ist kein krampfhaftes Fischen mit gerunzelter Stirn, um etwas zusammenzubekommen. Es ist DA.

Die Rede ist von Lucians Geschichte. Der wohl letzten Rückkehr an den Schattenhof. Schon vor einer Weile haben sich mir die Details aufgedrängt. Wer ist dieser Lucian? Wo kommt er her? Was ist verkehrt mit ihm? Und die Antworten haben mir ausnehmend gut gefallen. Bis ich sie schweren Herzens beiseite gepackt habe. Nein, falsche Zeit dafür. Erst kommt das, jenes …
Dann ist das letzte Puzzleteilchen an seinen Platz gefallen und es hat Klick gemacht. Ich weiß jetzt, wer er ist. Aus einer vagen Idee ist Gewissheit geworden. Und nein, ich will es nicht aufschieben. Ich will genau DAS aus meinem Kopf schubsen. Weil jetzt alles perfekt passt.

Also drehen sich meine Gedanken um einen ganz neuen Teil der Nebellande und die dort ansässigen Kreaturen. Um den Krieg, den Aerios gegen die Dschinnlande geführt hat – und das, was dort mit Lucian geschehen ist. Um dieses violett glühende, mit Nachtblumen gefüllte Buch, das sich so farbenprächtig und exotisch in meinem Kopf eingenistet hat. Ich habe den Titel, ich habe das Cover, ich habe eine frisch eingerichtete Papyrusdatei. Alles, was mir noch fehlt, ist das fertige grüne Buch, damit ich das violette anfangen kann. 😉

Zweiter Korrekturgang. Eine reine Willensanstrengung. Und immer, immer wieder das große Drama, weil es nur im Schneckentempo vorangeht. Meine Willenskraft bröckelt gewaltig und ich renne ihr mit dem Besen hinterher, um die Bruchstücke wieder zusammenzukehren. Langsam stellen sich gewaltige Ermüdungserscheinungen ein. Dauerkopfschmerzen, diverse Verspannungen, winzige Augen – und dann schau ich auf die Seitenzahl und bin doch erst irgendwo bei 217. Aber es hilft nix – die Arbeit macht sich nicht von allein.

Auch jetzt wartet der Text auf mich und ich überlege, ob ich mich in die tröstliche Gesellschaft der Kaffeemaschine flüchten soll. Allerdings wird’s davon wohl auch nicht schneller gehen und der Aufschub von maximal 5 Minuten bringt’s nicht. Also geht’s nun wieder ans Sätze bemäkeln, überflüssige Anhängsel streichen und generell alles bekritteln, was nicht bei Drei auf dem Baum sitzt.

Abends bin ich dafür munter am Planen. Ein neuer Weltentwurf entsteht. Die Nebellande bieten zwar noch genügend Geschichten, aber sie passen nicht für alles. Also muss ein zweiter Schauplatz her, an dem ich gerade arbeite und der sich doch ziemlich davon unterscheidet. Für einen leidenschaftlichen Weltenbastler eine tolle Sache. Aber ich gebe zu – es wird nicht einfach. Die Nebellande sind mittlerweile in alle möglichen Richtungen gewachsen. In meinem Kopf kann ich sie problemlos bereisen und ich muss nur hier anbauen, dort etwas einfügen und schon hab ich alles, was ich brauche. Wer herrscht hier? Wer lebt da? Wo gibt es Konflikte? Kein Ding. Die Ansätze sind ja alle da. Und wenn gar nichts anderes geht, kommt eben eine bekannte Persönlichkeit ins Spiel. Bei einer frischen, jungfräulichen Welt wird das wieder ganz anders sein. Welche Götter gibt es? Wer regiert? Wer bewohnt sie? Wie sieht’s zeitlich / technisch aus? Es ist eine große, weiße Seite. Keine Ansätze, keine Hinweise. Etwas, das ich schon lange nicht mehr zu füllen hatte.

Aber ich lass es auf mich zukommen. Meine Welten wuchern ohnehin, nachdem die ersten Seiten geschrieben sind. Asmoria hat sich auch selbst gebaut, obwohl es gar nicht gewollt war – also warte ich gespannt auf das, was sich ergeben wird. Und befürchte, dass sie am Ende genauso furchtbar wachsen wird wie alle anderen davor …

meister_coverWenn ich schreibe, habe ich bekanntlich sehr schnell Farben im Kopf, die zu dem Buch gehören und einen großen Teil der Stimmung ausmachen. Die Farben finden sich im Normalfall im Cover wieder – so auch diesmal wieder, wenn das grüne Buch eben grün wird und die Stimmung des Buches einfängt. Das hat bisher auch immer wunderbar geklappt. Nur ein einziges Mal habe ich das beim Coverbild nicht beachtet und prompt ging’s in die Hose.

Die Rede ist von Sylveine in der Winterlandschaft. Das zickige Bild mit dem hüpfenden Einhorn, das schon bei der Kleiderfrage unendlich heikel war. Als ich damals mit dem Schreiben angefangen habe, war ich mir sicher dass das Cover Nachtblau sein muss. Herausgekommen ist Hellblau, Schnee … Weiß. Nichts, was auch nur im geringsten etwas mit dem angestrebten Nachtblau / Klavierlack / Weiß Mix zu tun hatte. Entsprechend hatte es auch wenig mit der Buchstimmung gemein.

Ich war lange relativ unglücklich damit. Nicht mit dem Bild an sich – hübsch war es allemal. Aber so richtig zum Buch gepasst hat es nie. Also habe ich über die Monate immer wieder an dem Bild herumgefummelt. Sogar eine Version mit Aerios habe ich getestet. Als Paar, allein … es hat nicht funktioniert.

Jetzt ist es anders. Nachtblau. Dunkel. Mit Buntglasscheiben, die an den Schattenhof erinnern. Und ich bin endlich zufrieden, weil es nach Bild, Buchcover UND dem Buch aussieht. So hätte es wohl von Anfang an aussehen sollen, aber aus einem mir unerfindlichen Grund bin ich bei Meister der Masken dauernd gegen mein Gefühl gegangen und es kam nie was Gutes dabei raus. Aber aus solchen Missgeschicken lernt man – nämlich, dass man eben nicht gegen sein Gefühl gehen sollte. Und entsprechend werde ich auch zukünftig lieber nicht versuchen, die Dinge zu verschlimmbessern, weil unbedingt ein Einhorn drauf muss, obwohl’s keine Rolle spielt. 😉

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