Es ist soweit. Ich bin heute früh mit meiner Arbeit fertig und ich finde keine Ausrede mehr. Lukrezia 2 liegt offen vor mir und Papyrus lässt mir unbarmherzig Wortwiederholungen, zu lange Sätze und rot gefärbte Absätze entgegenblinken.

Auch die restlichen Kapitel sind inzwischen abgetippt. Hier und da habe ich mich darin eines etwas zu geschwollenen Ausdrucks schuldig gemacht. Da hat sich der einstige Forenspiel Trend zu übertrieben dramatischem Geschreibe eingeschlichen, befürchte ich. Aber solche Auswüchse kann man ja relativ schnell unschädlich machen, sobald sie entlarvt sind.

Tja, was jetzt? Einerseits gruselt es mich vor der zu bearbeitenden Textmasse und ich fürchte mich auch ein wenig vor dem, was noch zu schreiben ist, frage mich, ob ich überhaupt noch die richtige Stimme finde. Andererseits freue ich mich auch auf ein Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Charakteren, die mich nun schon seit mehr als 10 Jahren durch mein Leben begleiten.

Wie auch immer – es ist an der Zeit, Lukrezia aus ihrem warmen Bettchen im Palazzo Santorini zu werfen und sie nun endgültig ins winterliche Mondiénne zu versetzen. Ein bisschen tut sie mir jetzt schon leid. Sie hat erst die erste Hälfte ihres neuen Abenteuers bewältigt und da ist noch ganz schön viel Ärger in Sicht. Aber da muss sie wohl durch. Ebenso wie ich auch. Mal schaun, wohin der Weg uns führen wird.

Es ist ja immer so ein bisschen der gleiche Ablauf – was auch immer ich mache, irgendwas geht an diesem Tag in dem entsprechenden Online-Shop mit Sicherheit schief. Ich bin relativ viel gewohnt – Abstürze, wenn ich etwas veröffentliche, irgendwelche...

Mein Handgelenk ist mal wieder im Eimer. Das ist nichts Ungewöhnliches. Das passiert mir nach ausgedehnten Schreibattacken immer mal wieder, weil ich normalerweise mit Stift und Papier schreibe. Dummerweise kommt es diesmal leider nicht vom Schreiben, sondern vom Mützen häkeln....