Die letzten Klippen sind umschifft, der letzte Teil meiner Reise mit Gwynna und Bryn hat begonnen. Wie immer bin ich komplett ahnungslos, wie das Finale aussehen soll. Natürlich sind ein paar schwache Ideen da – aber es ist nicht leicht, jetzt wieder alle Fäden unter einen Hut zu bekommen. Und diesmal sind es tatsächlich einige. Im Grunde genommen stehe ich – bis auf ein paar lose Szenenbilder – komplett auf dem Schlauch. Ich schätze, dass sich das mit und mit ändern wird, aber gerade ist es wieder ein langsames Herantasten an das finale Szenario.

Glücklicherweise haben sich einige wichtige Szenen gefügt, von denen ich nicht recht wusste, wie ich sie noch unterbringen sollte. Sie waren lange zickig und haben sich dann doch brav dort eingeordnet, wo ich sie brauche. Das ist durchaus eine Erleichterung, auch wenn es mir vorher so ziemlich alles über den Haufen geworfen und dann wieder zurückgestellt hat. Aber zickige Bücher sind ja nun nichts neues in meinem Schreibleben. 😉

Der Morgen bestand aus einer blutigen Szene für Bryn, die von einigen schaudernden Ah’s und Oh’s meinerseits begleitet gewesen ist. Gelegentlich ist es nicht einfach, wenn man seine Hauptcharaktere in kleine Fetzen zerlegen muss und je lieber man sie hat, desto weniger Spaß macht es. Allerdings war’s unausweichlich, also mussten wir letztlich zusammen durch die schaurige Szenerie aus blutigem Schnee und brennenden Kohlen. Jetzt geht es zurück zu Gwynna, an den Ort ihrer Bestimmung, an dem sich alles auflösen soll. Und ich weiß mindestens genauso wenig wie sie selbst, was sie dort erwarten wird. Hoffen wir also, dass die Erleuchtung nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird …

Ja, er ist steinig und lang, der Weg ins Finale. Aber trotzdem – jetzt, wo sich langsam die 500. Seite am Horizont abzeichnet, ist es Zeit, allmählich das Finale einzuleiten.

Gwynna und Bryn haben sich bis hierhin gut geschlagen, allerdings bin ich es, die ein wenig schwächelt. Eine Korrektur mit Computerwechsel mittendrin, ein paar gesundheitliche Schlenker auf dem Weg und alles ist ein bisschen ins Schleudern gekommen. Ich muss mich noch an mein neues Schlachtschiff, sprich: Schreibsklave gewöhnen, noch hakelt es hier und da, weil die Abläufe nicht mehr gewohnt sind und Kopfschmerzen, Müdigkeit und dauernde Erkältungssymptome machen das nicht unbedingt besser. Trotzdem geht kein Weg daran vorbei. Papa Wolf und seine Königin sind unterwegs auf die Zielgerade. Dramatische Ereignisse werfen ihre Schatten heraus und es ist sicher, dass es jetzt noch ein bisschen knallen wird, bis die letzte Seite geschrieben ist.

Wie immer kristallisieren sich dabei auch neue Romane heraus – mit den Frostriesen gibt es ein neues Volk, das womöglich in Zukunft seinen Auftritt möchte und die Nebellande wachsen und gedeihen mal wieder in alle Richtungen. Auch andere Winkel der Welt verlangen Gehör – Ailyad mit Lucian und Aerios und Sylveine in Thassra warten auf ihren nächsten Auftritt. Die Ansätze sind da, teilweise sogar ausgearbeitet und es gibt einiges zu tun in Asmoria. Ich kann mich also nicht über mangelnde Ideen beklagen.
Aber bevor es dazu kommt, wird es Zeit, Gwynna in die eisigen Hände ihrer Häscher abzugeben und Bryn mit seinem inneren Wolf zu konfrontieren. 😉