Momentan ist es nicht einfach. Die zweite Korrektur geht mir wieder zu langsam voran, was aber auch an den sehr vollen Tagen liegt. Zudem gibt es unglaublich viel zu entscheiden. Das Coverdesign muss festgelegt werden, der Buchblock wird gesetzt. Dann natürlich die große Frage – wie geht man in die Werbung, was ist der richtige Weg? Noch dazu die üblichen Zweifel, die immer wieder aufkommen. Und dann – wie zum Geier lege ich den Klappentext an? Kurz gesagt geht mir viel im Kopf herum. Es blockiert und nervt mal wieder ganz ordentlich.

Nebenbei plane ich munter am nächsten Buch. Ich schraube an einem Coverentwurf und am Aussehen des Hauptcharakters Sylveine. Ich schmiere mein Notizbuch mit Ideen voll – und tatsächlich sehe ich langsam eine wunderbare, kleine rote Linie, die sich abzeichnet. Sogar der Bucheinstieg ist relativ klar – es setzt an der Stelle an, an der Aerios im Drachenkönig zurückgelassen wird. So weit könnte es hier nicht besser sein – aber natürlich wird es noch ewig dauern, bis ich wieder zum Schreiben komme. Also bleibt es für den Augenblick bei der Vorfreude.

Es ist nicht so, dass ich unbedingt ungeduldig bin. Allerdings wäre ein bisschen Licht am Ende des Tunnels relativ angenehm. Stattdessen habe ich das Gefühl, dass es noch ewig dauern wird, bis ich irgendwo angekommen bin. Aber wie so oft hilft wohl auch hier nur Augen zu und durch …

Es ist eine Feststellung, die nicht ganz neu ist – in ganzer Bandbreite habe ich sie mir aber noch nicht verdeutlicht. Meine Bücher haben Farben. Zumindest in meinem Kopf. Wenn ich eine Geschichte beginne, habe ich ein passendes Farbschema im Kopf und dazu noch „Materialien“.

Bei Feenblut war es das mehrfach erwähnte Glas / Porzellan / Schnee / Weiß / Hellblau. Und genau das kam auch am Ende dabei raus. Der Drachenkönig schlägt mit Fels, Meer, Gold, Rot, Orange und Sonne zu. Diese Einschätzung habe ich mir mittlerweile auch bestätigen lassen. Es ist also sehr unterschiedlich. Das nächste Farbschema bewegt sich irgendwo zwischen Nachtblau und Schwarz mit einem Funken Weiß dazwischen. Also sehr mystisch, dunkel, geheimnisvoll. Mit Kerzen und Klavierlack.

Was komisch klingt, ist am Ende entscheidend für die Buchstimmung. Das war nicht immer so. Lukrezia kann ich keine konkrete Farbe zuordnen. Aber da es sich dabei um ein sehr turbulentes Mantel & Degen Abenteuer handelt, das zwei Länder umspannt, ist das auch kein Wunder. Mittlerweile ist es aber sehr stark ausgeprägt.

Ich wälze mich im Augenblick immer noch durch die 1. Überarbeitung des Drachenkönigs. Es gab einige Stellen, die im Nachhinein noch zu klären waren, Zusammenhänge, die nicht ganz gepasst haben. Das hat aufgehalten. Gerade heute Morgen gab es wieder so eine Stelle, die sich – wie könnte es anders sein – um Aerios gedreht hat. Der Halbgott macht eben immer wieder Schwierigkeiten, wie es seine ganz besondere Art ist.

Ich gehe davon aus, dass so mancher beim Lesen daran zweifeln wird, ob er wirklich seinen eigenen Roman bekommen sollte. Aerios ist … nicht nett. Er ist nichtmal halbwegs sympathisch. Er ist gelangweilt, manipulativ, spöttisch, lauernd und … tja. Relativ unangenehm.

Trotzdem – im Drachenkönig wird nicht bzw. nur oberflächlich hinter seine Fassade geschaut. Es wird angedeutet, dass mehr dahinter ist. Allerdings ist diese Geschichte nicht die seine, also bleibt es dabei. Letztlich gibt es da so einiges zu buddeln und … ja, ich freu mich schon auf die Buddelarbeit. Aerios ist wohl wieder mehr der tortured hero Typ – Rhydan ist das eher nicht. Aber erstmal muss natürlich der Drachenkönig fertig werden. 😉

Zu spät ins Bett gehen lohnt sich nicht – zumindest dann, wenn man morgens wieder Korrektur lesen möchte. Momentan hat mich die Müdigkeit voll im Griff und mit Konzentration ist nicht viel los. Also versuche ich, mich mit Bloggen auf den richtigen Weg zu bringen.

Der Drachenkönig macht langsame Fortschritte. Der erste Korrekturgang ist bei 34%. Zu meiner großen Beunruhigung finde ich relativ wenige Fehler. Bestenfalls heißt das, dass nicht viel da ist. Im schlimmsten Fall überlese ich gerade großzügig alles, was falsch ist. Es dürfte zudem ruhig ein wenig schneller gehen. Meine angepeilte Veröffentlichung fällt in Richtung Ende / Mitte Oktober. Also muss ich mich durchaus sputen.

Natürlich ist es dabei von Vorteil, dass das Coverbild fertig hier rumliegt und nur noch in die endgültige Form gebracht werden muss. Der Buchblock wird dem von Feenblut gleichen – also muss ich jetzt auch nicht los und dringend Fonts und Co. zusammensuchen. Diese Entscheidung war nicht ganz einfach – letztlich gibt die Tatsache den Ausschlag, dass der Drachenkönig zwar keine direkte Fortsetzung ist, aber trotzdem ein Zusammenhang mit Feenblut vorhanden ist. Also soll das auch optisch erkennbar bleiben.

Wenn ich nicht mit der Korrektur beschäftigt bin, plane ich munter für das nächste Buch. Auch das entwickelt sich grundsätzlich nicht schlecht, allerdings habe ich noch keine Zeit / keinen Nerv, wirklich sehr in die Tiefe zu gehen. Ein Konzept ist da, die etwas düstere, unheimlichere Stimmung auch. Sogar einige Szenen. Der weibliche Haupt-Charakter macht mir noch ein wenig Probleme. Ein Name ist vorhanden, eine Richtung auch. Allerdings ist klar, dass sie für den Anfang die Sympathien wecken muss – Aerios wird das wohl kaum gleich von Beginn an leisten können. Hier schwanke ich noch sehr in der Ausrichtung. Ich will kein allzu junges, naives Mädchen. Aber zu kühl darf sie natürlich auch nicht sein. Sie müsste also irgendwo zwischen Neah und Viola landen. Da kommen noch einige Überlegungen, aber die stehen erst an, wenn der Drachenkönig fertig ist und ich wirklich Zeit dazu habe.