Abschied

feenblut-finaleDie Zeit des Abschieds rückt näher. Gestern habe ich den zweiten Korrekturgang beendet und jetzt kommt nur noch einmal zur Sicherheit über alles lesen und noch letzte Unreinheiten ausbügeln. Das ist ganz wichtig – wenn man sehr intensiv auf jedes Wort guckt, kommen Dinge wie Probleme im Klang zu kurz. Das merkt man erst, wenn man ein Buch auch als Buch behandelt.

Und ich bin froh, dass die schlimmste Korrektur jetzt vorbei ist. In den letzten Tagen hat sich das sehr genaue Hinsehen mit dauernden Spannungskopfschmerzen und Augenproblemen gerächt. Und irgendwo ist der Ofen jetzt ziemlich aus. Langsam kenne ich diverse Sätze auswendig und das ist für eine Korrektur nicht gesund.

Also habe ich mein Netbook abgeschaltet und es erst einmal ordentlich geputzt. Jetzt wird es frisch geladen und wartet auf seinen nächsten Einsatz. Es ist ein komisches Gefühl – wenn ich das blaue Schätzchen das nächste Mal einschalte, wird es wahrscheinlich sein, um das nächste Buch zu beginnen. Das macht ein bisschen nervös, ein bisschen wehmütig, denn es heißt, dass meine Zeit mit Viola und Ben unweigerlich zu Ende geht.

6 Monate lang haben die beiden mich jeden Tag begleitet. Morgens, Mittags, Abends. Sie waren ein Teil des täglichen Ablaufs vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen. Und jetzt sind es nur noch wenige Tage und dann ist es wirklich vorbei und ich muss sie auf die Welt loslassen.

Ich habe in dieser Zeit viel gelernt. Über Bücher, über das Schreiben, über Fehler, die ich früher gemacht habe. Und ich bin erstaunt darüber, dass dieses Buch am Ende genau so geworden ist, wie ich mir das von Anfang an vorgestellt habe. Normalerweise weichen Dinge irgendwann von meiner Vorstellung ab, hier war das nicht so. Die Charaktere, die Stimmung – alles hat sich so zusammengefügt, wie ich das wollte. Ich bin daran gewachsen und habe auch gelernt, was ich will und was vielleicht nicht mehr so gut zu mir passt.

Tja. Jetzt ist es fast soweit. Noch ein paar letzte Handgriffe, noch ein paar letzte Arbeiten und ich muss mein Büchlein (oder auch ausgewachsenes Buch mit fast 500 Seiten) ziehen lassen. Das tue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite freue ich mich darauf, auf der anderen habe ich ein bisschen Angst davor. Ich bin gespannt auf das, was danach kommt und frage mich, ob es mir genauso ans Herz wachsen kann wie diese Geschichte und ihre Protagonisten. Wahrscheinlich wird es so sein. Sicher ist – ruhig wird es auch in den nächsten Tagen auf keinen Fall.




2 Comments

Ich zitiere dich vom 04.12.2013:
>> Und da kam Schubserin Manu ins Spiel, die angeregt hat, doch einfach kürzere Sachen zu veröffentlichen.

Ich hab manchmal hinreissende Ideen. 😉
HErzlichen Glückwunsch zu deinem „kleinen“ Büchlein.
Ich freue mich schon sehr darauf, wenn du es dann tatsächlich loslässt und ich es an mich reissen darf.

*kicher* Ja, damals hätte ich nicht gedacht, dass das so ausufert. Du bist schuld. 😉 😛 Und ich bin froh, dass Du mich damals geschubst hast. Das war wohl damals der Anstoß, den ich gebraucht habe, um endlich was zu tun.

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