Irgendwo zwischen Zweifel und Selbstvertrauen

Ich gehöre ja an sich nicht gerade zu den Leuten, die sich selbst auf die Schulter klopfen können. Irgendwie ist mir dieses: „Das hast Du gut gemacht“ nicht gegeben und ich bin immer wieder erstaunt über das Selbstbewusstsein anderer, die damit gar keine Probleme zu haben scheinen. An sich finde ich, dass es nicht die schlechteste Eigenschaft ist. Selbstkritik hat noch keinem geschadet. Aber – da ist es, das böse ABER – es nervt auch ziemlich.

Momentan bin ich an der absoluten End-Korrektur. Das bedeutet an sich, noch mal über alles drüber, in Ruhe lesen, wie man ein Buch eben liest, nicht Absatz für Absatz durchkauen, sondern flüssig am Stück, soweit das geht. Dadurch finden man leichter Dinge, die sich seltsam anhören, Absätze, die abgehackt sind, usw. Aber leider ist das je nach Tagesform sehr mühsam.

Bin ich schlecht drauf, finde ich alles ganz schrecklich. Jeder Satz klingt überzogen und falsch. Also Marker drüber. Später, wenn ich die Anmerkungen durchgehe und scheinbar nicht mehr gar so schlimm empfindlich, finde ich es dann doch wieder ok und frage mich, warum ich mir so ins Hemd mache.

Und so geht das praktisch täglich. Hilfe, da fehlt ein Wort. Oh mein Gott. So viele Korrekturgänge und immer noch fehlen Wörter, immer noch finde ich Tippfehler. Klar. Wenn man dauernd rumverbessert, haut man auch wieder Fehler in den Text. Und dann sind die Zweifel wieder übermächtig. Soll ich noch mal? Wäre es nicht besser, wenn …? Was, wenn ich da noch mehr übersehen habe? Ein dauerndes Gezitter und Gezeter und es nimmt einfach kein Ende. Wahrscheinlich sollte ich nach diesem Korrekturgang wirklich Schluss machen und das Ding raushauen, egal, ob irgendwo noch ein „e“ zu viel klebt oder ein Wort vergessen ist. Fehlerfreie Bücher habe ich bisher eh noch nie in der Hand gehabt.

Aber – das blöde Gefühl bleibt. Und das kleine Perfektionisten-Schwein tief in mir protestiert. Mal wieder.




4 Comments

Du schaffst das. Es ist mühsam, aber es lohnt sich. Ich glaube fest an Dich!
Nicht aufgeben und manchmal muss man auch loslassen können. *drücks*

Danke Kes, das ist lieb. *knuddels* Ich würde mir wünschen, ich wäre da nur ein kleines bisschen sicherer. Aber ich versuche eisern, es nach diesem Gang zu lassen.

Was Unsicherheit angeht bin ich Meisterin, aber Du kannst wirklich gestrost sagen Du hast es weit gebracht und auch dein hartnäckiger Willen zur Perfektion macht Dein Werk aus. Aber wenn Du es nicht loslässt kommen die anderen nicht in den Genuß es zu lesen und das sollte Dir als Autorin doch genauso wichtig sein *zwinker*.

*gg* Da hast Du recht. Und deswegen werde ich jetzt einfach mal loslassen und die Augen ganz fest zumachen.

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